Wohnen

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Ambulant betreute Wohngemeinschaften

"In Freiburg gibt es inzwischen vier ambulant betreute Wohngemeinschaften für Pflegebedürftige und Menschen mit Demenz. Dabei handelt es sich um eine Wohnform, bei der zwischen acht und zwölf Personen gemeinschaftlich zusammen leben. Jede Person hat ein eigenes Zimmer, teilweise mit eigenem Bad, und nutzt die Gemeinschaftsräume und die Küche mit.

In den Wohngemeinschaften ist rund um die Uhr eine Mitarbeiterin / ein Mitarbeiter anwesend und für die Betreuung, das alltägliche Zusammenleben sowie die Hauswirtschaft verantwortlich. Die pflegerische und medizinische Versorgung erfolgt durch einen ambulanten Pflegedienst. Die Anmietung des Wohnraums ist rechtlich getrennt von der Inanspruchnahme ambulanter Dienste. Es wird einerseits für den Wohnraum ein Mietvertrag abgeschlossen. Andererseits werden – gemessen am Bedarf – private Verträge für die zeitweise Pflege, Betreuung und Hauswirtschaft geschlossen.

Die verschiedenen Konzepte sehen vor, dass das Leben in der Wohngemeinschaft möglichst vergleichbar mit dem Leben im eigenen Zuhause ist. Die Tagesstruktur wird individuell an die Bewohnerinnen und Bewohner angepasst und soll möglichst alltagsnah sein. Bei der Gestaltung des Zusammenlebens werden sowohl die Pflegebedürftigen, als auch die Angehörigen, Bevollmächtigten und Betreuungskräfte mit eingebunden. Die Beteiligung der Angehörigen im Alltag und die Einbeziehung von Nachbarn und Ehrenamtlichen werden bei vielen Wohngemeinschaften ausdrücklich gewünscht. Manche Wohngemeinschaften sehen eine gewisse Mitwirkungspflicht der Angehörigen vor bzw. ermöglichen eine Kostenreduzierung bei Mithilfe der Angehörigen in der Wohngemeinschaft."[1]

Pflegeheime

In Freiburg gibt es 23 Pflegeeinrichtungen, die die Versorgung, Betreuung und Pflege von Menschen mit Pflegebedarf übernehmen.

"Das städtische Seniorenbüro mit Pflegestützpunkt informiert und berät Bürgerinnen und Bürger sowie Angehörige mit Wohnsitz in Freiburg unabhängig und kostenlos. Auf Wunsch koordiniert die Beratungsstelle die Anfrage bei geeigneten Pflegeeinrichtungen. In der Beratung wird über das spezifische Angebot, Lage, Kosten sowie über Finanzierungsmöglichkeiten informiert. Das Seniorenbüro unterstützt bei der meist schwierigen Entscheidungsfindung. Berücksichtigt werden dabei die individuelle Situation, besondere Krankheitsbilder und spezifische Anforderungen an den Pflegeplatz, damit eine geeignete Einrichtung oder ein geeigneter Wohnbereich gefunden werden kann. Das Seniorenbüro hat eine Übersicht mit Fragen und Kriterien für die Auswahl einer geeigneten Pflegeeinrichtung zusammengestellt, die bei einer Besichtigung und bei der Entscheidung helfen können.

Die Anmeldung für einen Pflegeplatz kann zum einen direkt bei der gewünschten Pflegeeinrichtung oder ambulant betreuten Wohngemeinschaft erfolgen. Zum anderen kann das Seniorenbüro auf Wunsch hin unterstützend tätig werden und die Pflegeplatzsuche mit allen beteiligten Personen und Institutionen koordinieren. Dazu kann die Anmeldung beim Seniorenbüro abgegeben werden. Die Beratungsstelle leitet die Anmeldeunterlagen an die gewünschten Einrichtungen weiter."

Weitere Informationen enthält die Broschüre Stationäre Pflegeeinrichtungen und ambulant betreute Wohngruppen in Freiburg des Seniorenbüros mit Pflegestützpunkt der Stadt Freiburg

Sonderformen

Flexibles Wohnen

Ein Modell für flexible Wohnungen, das Forscher vom Institut für Wohnen und Entwerfen der Universität Stuttgart entwickelt haben. Unter dem Leitbegriff „ready“ definiert ein Handbuch Grundregeln für den Neubau von Wohnungen, die sich im Bedarfsfall schnell und kostengünstig anpassen lassen, etwa, wenn ein Bewohner plötzlich auf Pflege angewiesen ist. Mehr Infos hier.

Wohnen für Hilfe

Das Studierendenwerk Freiburg vermittelt kostenlos Wohnpartnerschaften zwischen Studierenden und Senioren und begleitet diese. Die Vermieterinnen und Vermieter (z. B. Seniorinnen und Senioren) bieten ein Zimmer, bzw. eine Wohnung. Dazu wird ein Mietvertrag zu einer vereinbarten reduzierten Miete geschlossen. Als Gegenleistung erbringen die Studierenden frei vereinbarte und freiwillige Hilfsleistungen für die Vermieterinnen und Vermieter z. B. im Haushalt, Einkäufe, bei der Gartenarbeit usw.

Mehr Informationen erteilt Frau Nicole Krauße vom Studierendenwerk Freiburg E-Mail: krausse@swfr.de und Tel. 0761 2101-353

Tauschkauf

Ziemlich einzigartig ist bisher die Idee des Immobilienmaklers Christian Müller, seit 2012 bietet er und sein Team eine besondere Vermittlungsleistung an, spezialisiert auf das Freiburger Stadtgebiet, aber auch mit Angeboten aus den umliegenden Nachbargemeinden.

Als Antwort auf den Wunsch nach Verkleinerung (häufig im Alter) oder Vergrößerung (zunehmender Platzbedarf junger Familien) hat er seine Idee umgesetzt: Er begleitet Menschen, die sich wohnlich verändern wollen, bis ein passendes Tauschobjekt gefunden ist. Der rege Zuspruch mag zunächst vor allem der angespannten Wohnraumsituation in Freiburg geschuldet sein – Tauschkauf ist aber ein Zusatzangebot bei Veränderungswünschen, das sich an Immobilienbesitzer wendet, niedrigschwellig, diskret und ohne Kosten für die Tauschinteressenten. Bei erfolgreicher Vermittlung wird eine vorher transparent kommunizierte Vermittlungsgebühr fällig. Die Vermittlungsgebühr für den Verkauf entfällt.

Voraussetzung um den Wohnraum in Freiburg über Tauschkauf zu verändern ist, dass man bereits Immobilienbesitzer ist. Zwar dürften es Verkäufer bei einem Nachfrageüberschuss relativ leicht haben, aber die Bereitschaft wirklich zu verkaufen hängt fast ausschließlich davon ab, ob zuvor adäquater Ersatz gefunden wird. Weitere Informationen und Zugang zur TauschKauf-Börse vom CM-Immobilien finden Sie hier

Neue Wohnformen

Die Frage nach neuen Wohnformen und Konzepten des gemeinschaftlichen Wohnens im Alter gewinnt immer mehr an Bedeutung. In Freiburg und Umgebung haben sich viele Menschen in über vielen Wohnprojekten zusammengeschlossen, die ihre Ideen zum gemeinschaftlichen Wohnen bereits umgesetzt haben oder noch auf der Suche nach einer Umsetzungsmöglichkeit sind.

Wohnprojekte in Freiburg und Umgebung


Mehr Wohnprojekte sind hier zu finden:

Liste mit Fragen

Visionen

  • Hast Du eine Vision vom Zusammenleben und Wohnen im Alter?
  • Welche Hoffnungen und Wünsche hast Du für Dein eigenes Leben?

Suchen und Finden

  • Wie kann man an die Grundstücks- bzw. Objektsuche herangfehen?
  • Wie werden neue Mitbewohner*innen gfefüunden?
  • Wie wird nach außen Kommuniziert?
  • Welche Rolle spielen dabei das soziale Umfeld und die Politk?

Gruppenbildungsprozess

  • Fördert Ihr aktiv die Gruppenbildung?
  • Habt Ihr ein Leitbild?
  • Eine Hausordnung? Verträge?
  • Gibt es Kommunikationsregeln?
  • Wie geht Ihr mit Hierarchien um? (z. B. Wissen, Autorität ...)
  • Worauf fußen Entscheidungen und wie fällt Ihr diese?
  • Wie geht Ihr mit Konfikten um? Holt Ihr Euch gegebenenfalls Hilfe von außen?
  • Nach welchen Kriterien werden die Wohnungen geplant und vergeben?
  • Welche Probleme gibt/gab es?
  • Was ist, wenn Mitglieder abspringen? Wie sorgt Ihr für Ersatz?

Finanzierung und Rechtsform

  • Welche Möglichkeiten der Finanzierung gibt es für Euch?
  • Welche Probleme gibt es bei der Finanzierung?
  • Welche Rechtsform habt Ihr gewählt? Warum gerade diese?

Leben und Sterben

  • Wie wollt Ihr mit Krankheiten, Pfege oder Tod von Mitbewohner*innen umgehen?
  • Gibt es darüber gemeinsame Vorstellungen und Pläne?

Wohnstifte

In den Wohnstiften werden neben dem Mietvertrag von vornherein auch Serviceleistungen in der hauswirtschaftlichen Versorgung (z. B. tägliches Mittagessen u.a.) und ggf. Pflege vertraglich vereinbart. Das hauseigene Personal ist rund um die Uhr erreichbar. Die Pflege im eigenen Appartement ist Bestandteil der Konzeption.[2]

Betreutes Wohnen

"Derzeit (2017) gibt es in Freiburg 26 Seniorenwohnanlagen mit frei finanzierten und geförderten Wohnungen. Das Betreute Wohnen ermöglicht vielen Bewohner/innen eine eigenständige Lebensgestaltung bis ins hohe Alter. Unterstützungen werden als Grund- und Wahlleistungen angeboten.

Hauptamtliche Mitarbeiter/innen - Sozialpädagogen/innen oder Sozialarbeiter/innen sowie Altenpfleger/innen - sind in der Regel werktags zu bestimmten Zeiten (nicht nachts) im Haus erreichbar. Sie bieten Beratung und Unterstützung bei der Vermittlung von Hilfen im hauswirtschaftlichen und pflegerischen Bereich, bei finanziellen Fragen und Fragen des täglichen Lebens."

Liste aller Seniorenwohnanlagen in Freiburg

Grundleistungen mit Betreuungspauschale

Die Grundleistungen enthalten:

  • Hausnotruf,
  • Begegnungsangebote,
  • Beratung und ggf. Vermittlung von ambulanten Hilfen.

Für diese ist eine monatliche so genannte Betreuungspauschale zu entrichten, die je nach Wohnanlage unterschiedlich ist. Art und Umfang der Leistungen sind im Betreuungsvertrag beschrieben, der zusätzlich zum Mietvertrag abgeschlossen wird.

Wahlleistungen

Mittagessen, hauswirtschaftliche Hilfen und Pflegeleistungen werden im Betreuten Wohnen als Wahlleistungen bezeichnet. Sie können bei Bedarf zeitweise oder auf Dauer in Anspruch genommen werden. Teilweise werden diese Wahlleistungen vom Träger der Wohnanlage angeboten, teilweise ist ein externer Dienstleister zu beauftragen. Die jeweiligen Anbieter rechnen diese Dienstleistungen gesondert ab.

Anmeldung/Vermietung

Anmeldungen nehmen die zuständigen Mitarbeiter/-innen in der gewünschten Wohnanlage entgegen. Geförderte Wohnungen Für den Bezug einer geförderten Wohnung im Betreuten Wohnen gilt:

  • Mindestalter: 60 Jahre oder eine wohnungsrelevante Schwerbehinderung von mindestens 50 %
  • ein in Baden-Württemberg ausgestellter Wohnberechtigungsschein"[3]

Mehr Informationen zum Wohnberechtigungsschein erteilt das Amt für Liegenschaften und Wohnungswesen.

Weiterführende Literatur

Quellen

  1. Broschüre: Stationäre Pflegeeinrichtungen und ambulant betreute Wohngemeinschaften in Freiburg 20017: 8
  2. Broschüre: Wohnen und Begegnen für ältere Menschen in Freiburg2016:5
  3. Broschüre: Wohnen und Begegnen für ältere Menschen in Freiburg2016:2ff.